Gamification

Grundidee von Gamification ist der Einsatz von Spielen oder spielerischen Elementen in spielfremden Kontexten. Kommunikative, inhaltliche oder/ und strategische Prozesse in Unternehmen, Organisationen können auf der Grundlage von Gamification-Modulen konzipiert und umgesetzt werden. Innerhalb des zeitlich definierten Programms/ der Kampagne können auch eigenständig funktionierende Spiele (z.B. Brettspiel, Planspiel, Kartenspiel, Rollenspiel) zum Einsatz kommen, die dem angestrebten Prozess einen kreativen Charakterzug verleihen und so als Katalysator wirken.

Gamification-Verfahren werden eingesetzt, um ein bestimmtes Ziel, verbunden mit einer strukturellen Veränderung, zu erreichen. Kennzeichen für die Eigenart und den methodischen Ansatz des Gamification-Designs ist die Verbindung der Zielstellung für alle Beteiligten mit der Freigabe des Weges zum Ziel für jeden Einzelnen. Dies fördert die Ideenbildung, stiftet Motivation und bietet Raum für Interaktion– so entsteht eine Kommunikationsbasis für innovative, weiterführende Projektentwicklung. Gamification fördert die Bereitschaft für Veränderung und baut Ängste ab. Ein professionelles Gamification-Konzept bezieht Aspekte aus verschiedenen Disziplinen ein: Psychologie, Organisationsentwicklung und Spielforschung sowie Design, Marketing und Materialkunde.

Haptische und digitale Elemente bieten eigene Funktionsqualitäten.

Ein Beispiel für die Auslösung und Umsetzung des Gamification-Verfahren ist z.B. der angestrebte bauliche und organisatorisch-personelle Umbauprozess in einem Unternehmen oder einer Organisation über einen Zeitraum von 18 Monaten, kreativ vorbereitet und gestaltet durch ein selbst bzw. mit professioneller Unterstützung entwickeltes Spiel in verschiedenen Phasen, an dem alle Personen mit nahen oder fernerem Bezug teilnehmen – mit Spaß, der Veränderung von Beziehungen, persönlichen Erträgen und einem Erfolg für das Unternehmen.

Gamification findet Anwendung in einer Vielzahl von Situationen und Branchen wie Personalentwicklung, Management, Transformation und Organisationsentwicklung, interner Kommunikation, Produktentwicklung, Arbeitsorganisation, Marketing, Bildung, Stadt- und Regionalentwicklung, Netzwerk-Bildung, Innovations-Labor oder Öffentlichkeitsarbeit.

Gamfication: 3×6 Kriterien für ein gutes Spiel

Ein eigenes SPIEL …

1) macht Spaß, vermittelt Wissen und stiftet zum eigenen Handeln an
2) hält die Balance zwischen der Bearbeitung von Themen und der Emotionalität der Spielenden
3) verändert den Raum, in dem gespielt wird, in einen Spiel-Raum
4) hat einen Namen und ist eine Marke
5) hat übersichtliche Regeln und eine verständliche Spielanleitung
6) enthält Materialien, die in Qualität und Design dem Spielinhalt entsprechen
7) wird in einem Projekt/einer Veranstaltung für einen primären Einsatz angepasst, kann aber zugleich mehrere Zielstellungen verfolgen
8) funktioniert in mehreren Personen-Konstellationen und organisatorischen wie lokalen Settings
9) kann Elemente aus der Alltagswelt in den Spiel-Raum aufnehmen und zurückgeben
10) ermöglicht jeder Person den Zugang zum Spielbeginn, weitere Aktionen können davor oder danach stattfinden
11) erbringt Ergebnisse für mehrere Zielgruppen zur weiteren Nutzung
12) ist wiederholt spielbar mit neuem Verlauf und einzigartigen Ergebnissen
13) ist spannend, inszeniert Themen, folgt einem spezifischen Prozessdesign, führt zu Überraschungen, Zwischen-Ergebnissen und Erfahrungen auf dem Weg
14) nutzt Materialien und Aufgaben, um alle Sinne der Spielenden anzuregen, um sie in verschiedene Rollen, Positionen und Konstellationen zu führen,
15) fördert Kreativität und flexibles Handeln
16) besitzt einen Kernprozess, mit dem jede einzelne Aktion in Verbindung steht
17) hat eine bestimmte Zeitdauer von Start bis Ziel
18) weist über das Spielgeschehen hinaus und schafft konkrete Handlungsansätze